Sechste beim Ironman Mallorca

Nach einem ordentlichen Schwimmen konnte ich nach wenigen Kilometern auf dem Rad die Spitze übernehmen und mein Tempo kontrollieren. Bis Kilometer 120 lief alles nach Plan, doch dann ging gar nichts mehr ….

Nach zwei DNF ist den vergangenen Jahren, aber immerhin mein erstes Finish beim Ironman Mallorca.

Foto: Marcel Hilger

Rückblick

Nach der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Mooloolaba brauchte ich erst mal ein paar Tage Abstand vom Training, statt dessen schaute ich mir gemeinsam mit meiner Familie das Land an. „Es ist schwer in Worte zu fassen, aber wenn man das ganze Jahr überwiegend auf einen Tag hinarbeitet und an diesem Tag dann leider nicht alles passt, so wie man es sich erhofft hat, ist es schwer gleich wieder weiterzumachen. Ich musste das ganze erstmal verarbeiten um wieder Motivation für die letzten beiden Rennen zu schöpfen.“ Nach zwei Tagen ohne Training, absolvierte ich bis zum Abflug Einheiten nach Lust und Laune und ohne Vorgaben. Doch besonders die Laufeinheiten liefen sehr gut, sodass ich wieder Selbstvertrauen und Lust für die letzten Trainingseinheiten sammeln konnte. Nach meiner Rückkehr aus Australien konnte ich nochmal sehr gute Einheiten absolvieren, sodass ich nun wieder voll motiviert in Richtung Ironman Mallorca und Hawaii blicken konnte. Bereits am Mittwoch vor dem Rennen flog ich auf die Insel um mich an die warmen Temperaturen zu gewöhnen. Auch hier lief alles nach Plan.

Foto: Marcel Hilger

 

Sechste beim Ironman Mallorca

24.09.2016

Am Rennmorgen sah man in der Weite Blitze die Dunkelheit aufhellen, doch es schien noch weit entfernt. So fiel pünktlich um 7:30 Uhr für die Profi-Herren und um 7:32 Uhr der Startschuss für die Profi-Damen. Ich erwischte einen guten Start und konnte mich an Position drei der Damen einsortieren. Auf der ersten Runde hielt ich mich noch ein wenig zurück um auf dem zweiten Abschnitt nochmal Gas geben zu können. Nach 55:59 Minuten erreichte ich als Drittplatzierte die Wechselzone.

Foto: Marcel Hilger

Bereits nach wenigen Kilometern auf dem Rad konnte ich die Spitze der Damen übernehmen. Ähnlich wie beim Ironman in Frankfurt konnte ich meinen Vorsprung kontinuierlich ausbauen und fühlte ich mich gut. Mit deutlichen niedrigeren Wattwerten als in Frankfurt hatte ich meine Leistung immer im Blick. Es lief alles nach Plan. Auch am zwanzig Kilometer langen Anstieg zum Kloster Luc konnte ich meine Leistung weiter aufrecht erhalten, auch wenn die Beine schmerzten. Bis zum höchsten Punkt des Rennens hatte ich mir einen Vorsprung von mehr als 5 Minuten erarbeitet. Doch bei Kilometer 122 kam „von jetzt auf gleich“ das „Aus“ in meinen Beinen. „Plötzlich konnte ich nur noch 120 Watt treten und nur noch rollen. Ich hatte keinerlei Kraft mehr. Dann kam noch ein Hungerast dazu und die Zeit flog vorbei.“ Wenig später setzte ein heftiges Gewitter ein und überflutete die Straßen. „In den Kurven war es wie auf Glatteis und auf einigen Straßen rannen regelrecht kleine Flüsse über den Asphalt.“ Auf den letzten Kilometern musste ich noch zwei Konkurrentinnen kampflos ziehen lassen. Nach 5:08 Stunden erreichte ich als Dritte die Wechselzone.

Foto: Marcel Hilger

„Ich versuchte mir immer wieder zu sagen, vielleicht geht der Hunger gleich vorbei und die Kraft kehrt zurück, wenn ich mich sehr gut verpflege.“ Doch leider lief es nur kurzfristig gut, sodass der härteste Kampf für mich noch bevor stand. Ab Kilometer 18 musste ich immer wieder Gehpausen einlegen um feste Nahrung zu mir nehmen zu können. Unzählige Male dachte ich an die vorzeitige Aufgabe, doch ich wollte das Rennen unbedingt zu Ende bringen um im Hinblick auf die Qualifikation für Kona 2017 bereits Punkte einbringen zu können. Nach 3:41:54 Minuten für den Marathon und einer Gesamtzeit von 9:52:42 Minuten erreichte ich als sechste Frau das Ziel.

Foto: Marcel Hilger

„Ich habe mich sehr gut gefühlt und stets meine Leistung kontrolliert um nicht zu schnell unterwegs zu sein. Ich kann mir den plötzlichen Einbruch nicht erklären. Er kam so plötzlich und nicht schleichend. Besonders auf das Laufen hatte ich mich zum ersten Mal in diesem Jahr gefreut, da die letzten Wochen so gut liefen. Am Ende bin ich einfach froh, den Kampf gegen mich gewonnen zu haben und wenigstens ein paar Punkte im Hinblick auf Kona 2017 mitgenommen zu haben.“

Mein Glückwunsch geht an die drei Erstplatzierten Damen Jocelyn Mccauley, Maja Stage Nielsen und die Drittplatzierte Tineke Van de Berg sowie den Sieger bei den Männern Carlos Lopez Dias.

 

Ausblick

Nun heißt es möglichst schnell die Ursache für den plötzlichen Leistungsabfall zu finden um für das bevorstehende Rennen auf Hawaii eventuell noch reagieren zu können. Jetzt versuche ich mich schnellstmöglich zu regenerieren und schnell wieder zu Kräften zu kommen. Bereits in wenigen Tagen werde ich den Flieger nach Hawaii besteigen um mich an die klimatischen und zeitlichen Unterschiede anpassen zu können.

Im nächsten Jahr werde ich meine Saison voll auf Hawaii ausrichten. In diesem Jahr wünsche ich mir einen schönen Saisonabschluss ohne Zeit und Platzierungsziele auf Hawaii.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

8 + sechs =