Mein erstes DNF beim IronMan Mallorca

Körperlich geht es mir schon wieder recht gut, doch mental werde ich wohl noch einige Zeit brauchen, um über dieses Rennen hinweg zu kommen. Aber auch solche Erlebnisse gehören zu dem Leben eines Sportlers dazu und ich werde versuchen da so schnell wie möglich wieder heraus zu kommen. Ich bedanke mich bei allen, die mir vor dem Rennen die Daumen gedrückt, mich unterstützt oder an der Strecke betreut haben. Ihr wart einfach klasse. Zudem auch vielen Dank an die vielen aufmunternden Worte im Nachhinein des Rennens.

Pressekonferenz am Freitag vor dem Rennen (Foto: Ingo Kutsche) 

 

27.09.2014

Nach dem Rennen in Rügen begann für mich die Taperingphase für mein letztes Rennen, den Ironman Mallorca. Ich reiste bereits 10 Tage vor dem Wettkampf auf die Insel, um mich an die wärmeren Temperaturen gewöhnen und die nötige Ruhe finden zu können. Zudem hatte ich Zeit nochmals einige Streckenabschnitte ab zu fahren oder die Schwimmstrecke ab zu schwimmen. In den ersten Tagen musste ich mich erstmal an die heißen und schwülen Temperaturen gewöhnen, doch nach einigen Tagen mit Regen und Gewitter normalisierte sich das Wetter und auch meine Herzfrequenz. So konnte ich  alle Einheiten planmäßig erfüllen ohne mich groß dafür anstrengen zu müssen. Ich spürte, wie meine Form von Tag zu Tag ansteigt und dass ich bereit für das Rennen bin.

Am Samstag war es dann soweit. Die letzten Vorbereitungen kurz vor dem Ironman liefen gut. Ich fühlte mich sehr gut und freute mich auf die Herausforderung.

Pünktlich um 7:32 Uhr fiel der Startschuss für die Profifrauen. Ich erwischte einen sehr guten Start und setzte mich gleich an die dritte Position. Von Anfang an fand ich meinen Rhythmus und konnte ein hohes Tempo schwimmen. Auch der Zusammenstoß mit einer Feuerqualle brachte mich nicht davon ab. Nach guten 52:17 Minuten erreichte ich als dritte Frau die Wechselzone.

Auf den ersten Radkilometern musste ich mit Entsetzen feststellen, dass mein Wattmesssystem wiedereinmal nicht funktionierte. So hielt ich zweimal an und versuchte meine Werte auf den Radcomputer zu bekommen. Leider ohne Erfolg. So verliess ich mich ganz auf mein Gefühl. Trotz meines zweimaligen Anhaltens machte ich auf den ersten 40 Kilometern Zeit auf die führenden Damen gut. Doch was dann geschah kann ich bis heute nur schwer in Worte fassen. „Plötzlich befand ich mich in einem riesen Feld mit ca. 100-200 Fahrern. Ich kam mir vor, wie bei einem Radrennen, in dem man in der Gruppe fährt. Ich dachte, träume ich oder ist das jetzt Realität. Es war einfach unbeschreiblich. So etwas habe ich noch in keinem Rennen gesehen.“ Dieses Erlebnis stellte wohl den ersten Knackpunkt für mich da. Danach lief es nicht mehr ganz rund. Der lange Anstieg zum Kloster Luc wurde zur großen Herausforderung. Die Energie und Kraft schien wie weggeblasen. Leider hatten die Veranstalter oben auf dem Berg auch keine Verpflegungsstelle eingerichtet, sodass ich meinen Zustand nicht ändern konnte. Gegen Ende des Radfahrens verlor ich immer weiter an Boden. Ich spürte immer mehr, dass mein Körper Energie benötigt und Hunger hat.

Hier lief es noch richtig gut auf dem Rad (Foto: Ingo Kutsche)

Als Elfte kam ich dann schließlich nach 5:31 Stunden in der Wechselzone an. „Ich habe mir immer versucht einzureden, nach dem Radfahren beginnt das Rennen neu. Vielleicht fühlen sich die Beine dann gut an.“ Auf den ersten Kilometern gab ich meinem Körper neue Energie, sodass ich konstant mein angestrebtes Tempo von 4:15 min./km laufen konnte. Doch nach Kilometer 15 kam der nächste Einbruch und die Beine wurden schwerer. Ich versuchte weiter zu laufen und mir gut zu zu reden. Doch irgendwann hatte ich den Kampf gegen den „inneren Schweinehund“ verloren. Nach knapp 22 Kilometer gab ich mein erstes Rennen vorzeitig auf.

Die ersten Meter liefen gut, doch dann spielte der Kopf nicht mehr mit (Foto: Ingo Kutsche)

 

„Natürlich bin ich über den Wettkampf sehr enttäuscht. Ich hatte mir soviel vorgenommen und fühlte mich bereit für ein gutes Rennen. Doch manchmal kommt es leider anders als man denkt. Heute kamen viele Faktoren zusammen. In vielen Rennen hatte ich mich durchgebissen, egal was kam. Doch heute hatte ich einfach nicht mehr die Kraft dafür.“

„Mein Glückwunsch geht an die drei Erstplatzierten Eimar Mullan, Dede Griesbauer und Astrid Ganzow , die ein gutes Rennen gezeigt haben.“

 

Ausblick:

Saisonpause

Nach meiner Rückkehr aus Mallorca geht es auch schon fast weiter nach Hawaii. Dort werde ich Urlaub machen und mich von der langen und Kräfte zehrrenden Saison erholen. Neben der Regeneration werde ich mir aber schonmal die Wettkampfstrecken anschauen bzw. sie abfahren oder mal ablaufen, um zu wissen was auf mich zukommt, wenn ich die Qualifikation in den nächsten Jahren schaffen sollte. Welche Rennen ich in der nächsten Saison bestreiten werde, werde ich gemeinsam mit ihrem Trainer in den nächsten Wochen festlegen.

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