Nach einem weiteren Trainingslager in Mallorca absolvierte ich die weitere Saisonvorbereitung in meiner Heimat.

Seit einigen Monaten war mein operierter Fuß wieder stabil und ich konnte die Laufumfänge und Intensitäten steigern. Von Woche zu Woche merkte ich die Fortschritte. Die Dauerläufe gingen immer schneller und Tempoläufe konnte ich besser verkraften, als noch einige Wochen zuvor. Der Fuß fühlte sich gut an. Was mir jedoch nicht ganz bewusst war, wie lange der Körper mit dem Narbengewebe zu tun hat. Ich dachte immer meine Narbe sieht ganz gut aus, doch bis mich ein Physiotherapeut daraufhin wies, dass eine gute Narbe nach 6 Monaten anders auszusehen hat. Was bedeutete dies also für mich und warum machte ich mir darüber Gedanken, wenn ich doch wieder Laufen konnte und immer schneller wurde? Das Laufen war seit der Operation nicht mehr die Disziplin, die mir Sorgen bereitete, sondern das Radfahren. Immer wieder hatte ich Probleme mit meinem linken Oberschenkel und meinem Gesäß. Höllische Schmerzen beim Radfahren und Sitzen verhinderten große Umfänge. Hatte ich jetzt wieder die gleichen Probleme, wie die vergangenen Jahre, wo sich Ödeme an den Sitzbeinhöckern gebildet hatten? Die Schmerzen waren ähnlich aber doch auch anders. Nach dem ich die sogenannte Pohltherapie ausprobiert hatte, konnte ich zumindest schon wieder länger sitzen, doch die Schmerzen in meinem Bein wollten einfach nicht verschwinden. Auch homöopathische Spritzen brachten keine Besserung. Erst als ich gemeinsam mit einem Physiotherapeuten wieder vermehrt an meinem operierten Fuß bzw. speziell der Narbe arbeitete, wurden die Beschwerden langsam besser. So versuchte ich täglich mein Sprunggelenk beweglicher zu machen und die Narbe mittels spezieller Tapes oder Massage weiter zu behandeln. Vor meinen beiden ersten Rennen über die olympische Distanz hatte ich einmal mit großen Schmerzen auf meinem Wettkampfrad gesessen, sonst alle Radeinheiten auf dem Rennrad absolviert. Tempoeinheiten hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt keine in Aeroposition bestreiten können. Erst nach dem Rennen im Kraichgau konnte ich meine ersten Intervalle in Aeroposition fahren um mich so langsam an die Position gewöhnen ….

Ende des Monats stand dann mein erstes Triathlonrennen über die olympische Distanz bei der Challenge Heilbronn auf meinem Programm, das ich mit dem ersten Rang im Gesamteinlauf beenden konnte. „Kalte Temperaturen beim Schwimmen verhinderten wohl eine schnellere Schwimmzeit. Auf dem Rad ging es für mich darum sich erstmal wieder an das Fahren in Aeroposition zu gewöhnen und mit einem guten Gefühl auf die Laufstrecke zu wechseln. Das Fahren in Aeroposition machte mir an diesem Tag keine Probleme, sodass ich mit einem guten Gefühl in meine Laufschuhe wechseln konnte. Am Ende konnte ich in allen drei Disziplinen eine solide Leistung abrufen und war glücklich, dass Bein und Fuß keine Probleme bereitet haben.“

Zwei Wochen später startete ich im Rahmen des Ironman 70.3 Kraichgau nochmals über die olympische Distanz um erstmal über die kürzere Distanz wieder Wettkampfpraxis und Selbstvertrauen in meinen Körper zu sammeln.

Foto: Jan Schohaus
Ich hatte die heißen Temperaturen etwas unterschätzt und hatte nach einem guten Schwimmen zu wenig Getränke auf dem Rad dabei, sodass ich meine Geschwindigkeit etwas drosseln musste. Auf der anschließenden Laufstrecke hatte ich dann mit Seitenstechen zu kämpfen. Doch nach einem kurzen Hänger konnte ich wieder meinen Rhythmus finden. Da ich als Profi gemeldet bin, startete ich bei diesem Rennen außer Konkurrenz, ansonsten wäre es ein 2. Platz gewesen.

Eine Woche später absolvierte ich einen weiteren Testlauf über 10 km im Rahmen des Schottener Altstadtlaufs, den ich mit einem guten Gefühl und Rang 2 beenden konnte.

Am 16.06. war es dann endlich soweit. Ich stand an der Startlinie des Ironman 70.3 Luxembourg für meine erste Mitteldistanz nach der Operation. Nach einem guten Schwimmen konnte ich als dritte Frau auf die Radstrecke wechseln.

Foto: Marcel Hilger
Bis Kilometer 60 konnte ich mich in der Spitze behaupten, bevor sich die fehlenden Radkilometer bemerkbar machten und ich eine Platzierung nach der anderen einbüßte. „Nun begann das Kopfkino und die Negativspirale.“ Als Neunte erreichte ich die zweite Wechselzone. Auf den ersten Kilometern kämpfte ich mit Seitenstechen, welches ich aber schnell in den Griff bekam. Doch der Kopf wollte einfach nicht mitspielen. So lief ich einen soliden Halbmarathon und erreichte als Zehnte das Ziel. „Mit der ersten Hälfte des Rennens bin ich sehr zufrieden. Auf der zweiten hat mir der Biss gefehlt. Doch am Ende bin ich erstmal glücklich das Rennen durchgezogen und keine Schmerzen verspürt zu haben.“

Nach einer kurzen Regenerationsphase startete ich sechs Tage nach meiner ersten Mitteldistanz in der zweiten Bundesliga beim Rothsee-Triathlon und konnte in einem windschattenfreien Sprint Platz 7 und Platz 2 mit meinem Team belegen. „An diesem Tag konnte ich mit allen Leistungen zufrieden sein:“

Bei Challenge Walchsee traf mich das Materialpech. Nach einem sehr guten Schwimmen, dass ich als Dritte, gemeinsam mit den beiden führenden Top-Athletinnen Radka Kahlefeld und Emma Pallant beenden konnte, lies das vorzeitige Ende nicht lange auf sich warten.

Foto: Jan Schohaus
Nach wenigen Metern auf dem Rad merkte ich, dass meine Schaltung nicht so funktionierte, wie ich das gewohnt war. „Erst sprang die Kette von Gang zu Gang, wenig später konnte ich nicht mehr schalten. Auch das Reset der Schaltung brachte keinen Erfolg, sodass ich das Rennen nach rund 20 Kilometern aufgeben musste.“

Ausblick

Nach einer Woche Aktiv-Urlaub werde ich mein Training wiederaufnehmen und mich auf die zweite Saisonhälfte vorbereiten. In den nächsten Wochen werde ich vermehrt auf meinem Rad sitzen um für die nächsten Rennen in der zweiten Disziplin gerüstet zu sein. Dafür wartet schon mein neues Zeitfahrrad von Unica auf mich, welches in meinen Farben pink und blau lackiert wurde. Bis September habe ich meine Wettkämpfe nun geplant. Welches Rennen ich dann Mitte/Ende September noch in Angriff nehme werde ich Anfang August entscheiden.

Weiter Wettkampfplan:

14.07.2019 Olympisch Churfranken Triathlon (1,5-40-10)
20.07.2019 Olympisch RömerMan Ladenburg (1,8-41-10)
04.08.2019 Mitteldistanz City Triathlon Frankfurt (2-80-20)
24.08.2019 Sprint Teamrennen 2. Bundesliga Viernheim (750-20-5)
01.09.2019 Mitteldistanz Triathlon Köln (Mitteldistanz)
15.09.2019 Ironman Wales (3,8-180-42,2) oder Challenge Davos oder Ironman Italien
27.10.2019 Marathon Frankfurt ?