Rückblick

Nach dem City Triathlon Frankfurt habe ich den Trainingsumfang reduziert und mich weiter auf meine Genesung konzentriert. In dieser Zeit habe ich überwiegend mit meinen Athleten und Freunden trainiert, bevor ich in die Saisonpause gegangen bin und unter anderem einen Urlaub in Fuerteventura ohne Sport genossen habe. Die Schmerzen wurden allmählich weniger und ich immer optimistischer und motivierter, sodass ich Mitte Oktober wieder ins Training einsteigen konnte.

 

Natascha Schmitt wieder im Training (OP Ende November)

05.11.2018

Seit Mitte Oktober habe ich das Training wiederaufgenommen und mache von Einheit zu Einheit neue Fortschritte. Nach drei Monaten Laufpause konnte ich nun wieder die Laufschuhe schnüren und nach und nach längere Strecken absolvieren. „Was für ein Gefühl endlich wieder von zu Hause starten zu können und die Natur genießen zu können? Am Anfang wusste ich nicht, wie ich 30 Minuten am Stück jemals schaffen sollte. 1 Minute gehen plus 1 Minute laufen und immer im Wechsel und dennoch so anstrengend, als ob ich noch nie in meinem Leben gelaufen wäre. Doch ich habe mich immer angetrieben einen Schritt weiter zu gehen und die nächste Stufe zu erreichen. Nach und nach konnte ich längere Strecken laufen und kürzere Gehpausen einlegen. Zurzeit kann ich wieder eine Stunde am Stück laufen ohne eine Pause einlegen zu müssen und auf eine Geschwindigkeit zurückzublicken, die mich vorerst zufrieden stimmt.“ Auf dem Rad kann ich wieder Druck aufs Pedal bringen und mich langsam an „alte“ Trainingswerte heranarbeiten. Im Schwimmen habe ich bereits meine alten Trainingsumfänge erreicht, sodass ich mit der Entwicklung der Geschwindigkeit beginnen kann. „Ich bin sehr glücklich, dass ich wieder fast schmerzfrei trainieren kann und die Fortschritte von Einheit zu Einheit spüre. Ich bin sehr optimistisch, dass ich in den nächsten Wochen wieder mit Intervallen und der Entwicklung einer Wettkampfform für 2019 beginnen kann.“

Allerdings werde ich nochmal eine Zwangspause einlegen, um die immer wiederkehrenden Fußschmerzen endlich zu beseitigen. Nach einigen Arztbesuchen bin ich davon überzeugt, die Ursache endlich zu kennen. Nach Aussage von Dr. Kuhlmann (Bad Homburg) habe ich ein Ganglion mit Tarsaltunnelsyndrom am Sprunggelenk, welches die Schmerzen auslöst und mich in der Vergangenheit immer wieder zu Pausen gezwungen hat.

„Ein Ganglion (Überbein) ist ein Knötchen unter der Haut, das meist am Handgelenk oder am Fuß auftritt, seltener an anderen Gelenken. Es ist mit Gelenk- oder Sehnenscheidenflüssigkeit gefüllt, die aus der darunterliegenden Gelenkkapsel oder Sehnenscheide stammt. Die Flüssigkeit hat eine zähe, geleeartige Konsistenz und besteht aus Hyaluronsäure und Schleimstoffen, sogenannten Muzinen (Onmeda, 2018).“

„Das Tarsaltunnelsyndrom ist ein eher seltenes Einklemmungsyndrom des Schienbeinnervs am Innenknöchel. Typische Symptome sind stechende und vor allem brennende Schmerzen am Innenknöchel mit Ausstrahlung in die Wade, die Ferse und den Fuß, teils auch Sensibilitätsstörungen, verminderte Schweißsekretion und Muskelschwächen (Dr. med. Grüner, 2017).“

Dieses Ganglion wird am 21. November in Neu-Isenburg durch Dr. Kuhlmann ambulant entfernt sowie der Tarsaltunnel erweitert, sodass der Nerv wieder leiten kann. „Ich hoffe, dass ich nach der OP endlich wieder befreit laufen kann und sich meine Probleme des Oberschenkels, die mich in dieser Saison immer wieder behindert haben beseitigen zu können und nächstes Jahr eine „normale“ Saison bestreiten zu können.“

 

Ausblick

Nach der Operation werde ich mindestens zwei Wochen auf Gehstützen laufen und einen Verbandsschuh tragen. In dieser Zeit werde ich auf die Erholung von der Operation und leichtes Training für den Oberkörper beschränken. Nachdem die Fäden gezogen sind, darf ich das Training wiederaufnehmen und den Fuß nach und nach belasten. In den ersten Wochen werde ich vermehrt im Wasser trainieren und die Belastung langsam steigern. Ich werde alle meine Laufeinheiten 1 zu 1 in Form von Aquajoggen umsetzen und viele Schwimmeinheiten einbauen und meine Kondition auf diesem Wege entwickeln. Ich hoffe ab Januar wieder mit dem Laufen beginnen zu können. Voraussichtlich werde ich im Februar in Lanzarote und Ende März in Mallorca ein Trainingslager von je zwei Wochen absolvieren um mich auf die kommende Saison vorzubereiten.

„Auch, wenn eine Operation immer negativ behaftet ist, bin ich froh endlich eine Ursache für meine immer wieder auftretenden Schmerzen im Fuß und Bein gefunden zu haben und diese hoffentlich durch die Operation beheben zu lassen. Das Training läuft immer besser, sodass ich sehr optimistisch bin nach dem Eingriff wieder schnell in einen normalen Trainingsplan einsteigen und mich auf die Saison 2019 vorbereiten zu können.“ Im kommenden Jahr möchte ich erstmal mit Wettkämpfen in Deutschland und Umgebung zurück zur alten Leistungsfähigkeit finden und abhängig vom Leistungsfortschritt auch wieder eine Langdistanz bestreiten. Mein Ziel bleibt weiterhin die Qualifikation für Hawaii und ein Sieg bei einem Ironman, dafür werde ich in den nächsten Wochen und Monaten alles geben. Ich bin froh, mich auf ein starkes Team bestehend aus meiner Familie, meinem Freund und meinen Freunden verlassen zu können.

Zurzeit absolviere ich in Köln eine Ausbildung zum „Mental Coach“ um mich selbst besser kennen zu lernen und in Zukunft auch als Trainer meine Athleten besser unterstützen und bei Problemen helfen zu können. Themen sind u. a. Mentales Training, Motivation, Burnout, Resilienz und Life-Coaching. Ich freue mich auf neue Ideen und Anregungen.